Herzlich Willkommen in der Weaning-Station

des St. Rochus Krankenhauses am Klinikum Darmstadt

Seit 2009 betreibt das St. Rochus Krankenhaus eine hochmoderne Intensivstation, auf der nicht nur Patienten nach operativen Eingriffen und im Rahmen der Notfallversorgung behandelt werden, sondern mit großem Erfolg langzeitbeatmete Patienten vom Beatmungsgerät entwöhnt werden. Seit Juli 2016 betreibt das St. Rochus Krankenhaus diese Weaning-Station am Klinikum Darmstadt am Standort Grafenstraße.

Häufig ist es schwierig, den Patienten vom Beatmungsgerät wieder zum selbständigen Atmen zu bringen, vor allem wenn sehr lange künstlich beatmet wurde oder bereits vor der Beatmung Lungenerkrankungen vorhanden waren. Der eigene Atemantrieb muss Schritt für Schritt wieder mobilisiert werden. Das ist ein schwieriger Prozess, der meist mehrere Wochen intensiver komplexer Behandlung bedarf.

„Dadurch, dass die Atemmuskulatur länger nicht beansprucht wurde, ist sie sehr geschrumpft. Bereits nach 24 Stunden Nichtnutzung beginnt ein messbarer Abbau der Atemmuskulatur, insbesondere beim größten Atemmuskel, dem Zwerchfell“, erklärt Dr. med. Arno Depta, Chefarzt der Intensiv- und Weaning-Station im St. Rochus-Krankenhaus.

Einen Namen hat sich seine Weaning-Station über die Grenzen des Rhein-Main-Gebietes hinaus durch seine Spezialisierung auf das sogenannte prolongierte Weaning gemacht – die Beatmungsentwöhnung nach mindestens drei gescheiterten Spontanatmungsversuchen. Patienten, bei denen mehrere Versuche wieder selbständig zu atmen scheiterten, werden von Krankenhäusern und Universitätskliniken dann an das St. Rochus Krankenhaus zur Entwöhnung überwiesen. 

Dies ist eine zeitaufwändige und fachlich anspruchsvolle pflegerische und ärztliche Tätigkeit, die das Team der Weaning-Station mit Freude im Sinne unserer Patienten angeht.

Was ist Weaning?

Künstliche Beatmung trägt dazu bei, Leben zu retten und zu erhalten. Schwere Erkrankungen führen häufig dazu, dass Menschen nicht mehr in der Lage sind, aus eigener Kraft genügend Sauerstoff aufzunehmen. Ist die selbständige Atmung (Spontanatmung) beeinträchtigt oder versagt komplett, braucht der Mensch Unterstützung beim Atmen oder muss künstlich über einen in die Luftröhre eingeführten Schlauch (Tubus) beatmet werden. Dann übernimmt ein computergesteuertes Beatmungsgerät (Respirator) die Funktionen der menschlichen Lunge.

Atmungsmechanismen wie Anzahl und Tiefe der Atmung lassen sich individuell auf die Bedürfnisse des Patienten einstellen. Die körpereigene Atemmuskulatur wird dadurch entlastet. Allerdings besteht auch die Gefahr, dass sich der Körper daran gewöhnt, die eigene Atemmuskulatur nicht einzusetzen, je länger die künstliche Beatmung andauert. Hat sich der Zustand des Patienten verbessert, aufgrund dessen die künstliche Beatmung erfolgte, beginnt der Prozess der Entwöhnung vom Beatmungsgerät – das sogenannte Weaning.