Die Geschichte des St. Rochus Krankenhauses
Heilig-Geist-Spital (1336 – 1822) An ein staatliches Gesundheitswesen war im ausgehenden Mittelalter
nicht zu denken. Die Pflege von Kranken, Gebrechlichen und Bedürftigen
war Sache der christlichen Nächstenliebe. Auf diese Weise entstand 1336
das „Heilig-Geist-Spital“ in Dieburg, in dem nicht nur Schwerkranke
gepflegt, sondern auch Arme, Gebrechliche und Behinderte aufgenommen
wurden. Es stand an der heutigen Spitalstraße, deren Name daraus
abgeleitet ist. Den finanziellen Grundstock lieferte eine großzügige
Schenkung der Eheleute Drunckel. Sie legten damit den Grundstock für
einen Hospitalfonds, der sich jahrhundertelang erhalten hat. Das
Vermögen dieser Stiftung wurde in der Folgezeit durch Ablassgelder und
weitere Stiftungen stetig vermehrt.
Die Säkularisierung ging auch an der Dieburger Einrichtung nicht
vorbei. 1822 wurde das gesamte Anwesen bis auf die zugehörige Kirche
versteigert und der Erlös in einen Hospitalfonds eingestellt, aus dem
hilfsbedürftige Bürger der Stadt unterstützt wurden. Einen Ort für die
stationäre Pflege gab es damit zunächst nicht mehr, was sich bald als
ein erheblicher Mangel herausstellte. „Spitälchen“ (1867 - 1884) Ein neues Spital entstand 1867 neben der Pfarrkirche St. Peter und
Paul. Damals wütete in Dieburg eine Schwester der Pest: Typhus. Für die
Pflege wurden Nonnen vom Orden „Göttliche Vorsehung“, auch
„Niederbronner Schwestern“ genannt, nach Dieburg gerufen. Die
Ordensfrauen, nach dem Sitz ihrer deutschen Zentrale in Bühl bei
Baden-Baden, auch als „Bühler Schwestern“ bekannt, erwarben sich durch
ihren selbstlosen Einsatz schnell die Hochachtung der Dieburger. Schon
bald stellte sich heraus, dass das „Spitälchen“ zu klein war. |
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Ansicht des Quertraktes vor dem ersten Umbau
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St. Rochus Anstalt, heute St. Rochus Krankenhaus (1884 - heute) Aus dieser Überlegung heraus entstand der „St. Rochus Verein“. Er
machte es sich zur Aufgabe, Mittel zum Erwerb eines größeren Hauses zu
beschaffen, was ihm auch gelang. So konnte 1884 am heutigen Standort,
die „St. Rochus Anstalt“ eröffnet werden. Krankenpflege und
Bewirtschaftung übernahmen wieder die „Bühler Schwestern“, die im St.
Rochus Krankenhaus noch bis in das Jahr 1985 tätig waren. Der St.
Rochus Verein, Vorläufer der heutigen St. Rochus Stiftung, war von
Anfang an eng mit der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul verbunden und
ist es geblieben.
An die spätmittelalterlichen Wurzeln des
Krankenhauses erinnert sein Name – St. Rochus. |
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